Ja, das war eine gute Bundestagsdebatte – dem Thema angemessen, ruhig im Ton, ohne Zwischenrufe, fast ohne parteipolitische Angriffe. Dafür mit unterschiedlichen Meinungen quer durch alle Fraktionen. Letztlich ging es ja auch um Fragen von Leben und Tod – um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen genauso wie um die Frage, wie man Familien mit einem behinderten Kind ein gutes Leben ermöglicht. Und wie sehr wir uns vom wissenschaftlichen Fortschritt treiben lassen. Allerdings wurde eigentlich über die falsche Frage diskutiert. Denn der Bluttest auf das Down-Syndrom ist legal, wird 100 000 Mal im Jahr genutzt. Und er ist sicherer als die Fruchtwasseruntersuchung, die seit 30 Jahren bezahlt wird. Da sollte klar sein, dass der Test zur Kassenleistung wird – für Risikoschwangere wohlgemerkt. Weit weniger eindeutig zu bewerten aber ist, was auf uns zurollt: Tests auf Autismus, Krebs, Intelligenz. Das Wunschkind kann da leicht zum Wünsch-dir-was-Kind werden. Ein Gremium zu schaffen, dass all das in den Blick nimmt, bewertet und dann begründet, was erlaubt und was verboten sein sollte, wäre da ein gute Idee. politik@lr-online.de