Die Menschen in der Lausitz wünschen sich eine klare Führung, wenn es um den wirtschaftlichen Umbau ihrer Region in den nächsten zwanzig Jahren geht. Dabei geht es aber nicht um DEN starken Mann oder DIE starke Frau, den oder die die Lausitzer an der Spitze sehen wollen, um sie kompromisslos in die Zukunft zu führen.

Die wesentlichen Schlussfolgerungen, die sich aus dem ersten Lausitz-Monitor ergeben, sind zwei andere: Das ist zuerst der Wunsch nach einer klaren Führungsstruktur für den Umbau. Wer ist Ansprechpartner? Wer koordiniert und entscheidet was? Diese Fragen sind in letzter Konsequenz bis heute nicht beantwortet. Nach dem Willen Brandenburgs soll die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) dabei die entscheidende Rolle spielen. Die Sachsen sehen das anders. Es ist genau diese Unentschiedenheit, die Unsicherheit schafft.

Zweite wesentliche Erkenntnis: Es gibt einen klaren Unterschied zwischen umfassender Beteiligung der Akteure und redundanten, sich oft gleichenden Diskussionsrunden im Sinne von ergebnisoffenen „Laber-Runden“. Jeder Beteiligungsprozess muss geführt werden. Er braucht ein Ziel und ein Ergebnis. Wenn alle nur über alles reden, dann bewegt sich am Ende niemand. Vielmehr bleibt nur das Gefühl: „Schön, dass wir mal drüber geredet haben!“

Alle Akteure beim Strukturwandel sind gut beraten, sich die Ergebnisse schon des ersten Lausitz-Monitors ganz genau anzuschauen. Wenn es auch noch gelingt, ihn verlässlich in den nächsten Jahren fortzuführen, kann er zum optimalen Kompass für den Wandel im Lausitzer Revier werden. jan.siegel@lr-online.de