Das Handwerk hat einen „goldenen Boden“ – auch in der Lausitz. Viele Betriebe hier können mit vollen Auftragsbüchern gut wirtschaften. So mancher Unternehmer könnte wohl noch mehr Gas geben, glaubt man den aktuellen Konjunkturumfragen der Handwerkskammern. Aber – nicht zum ersten Mal – fehlt vielen Meistern in Südbrandenburg mit Blick in die Zukunft die Zuversicht. Sie finden keine Lehrlinge, geschweige denn versiertes Fachpersonal. Und sie wissen zugleich nicht, was aus der Lausitz wirtschaftlich wird. Denn Handwerk alleine, ohne wertschöpfende Industrie funktioniert nämlich nicht.

Gesunder Optimismus ist ein wichtiger „Rohstoff“ für die Zukunft. Aber der droht dem Mittelstand in der Lausitz verlorenzugehen. Wen wundert‘s? Wer blickt noch durch im Dickicht der Strukturwandel-Versprechen und beim Poker um Kohleausstiegs-Milliarden? Unübersehbar dagegen sind Abschaltungen im Kraftwerk Jänschwalde, der Notbetrieb im benachbarten Tagebau und massiver Stellenabbau bei Vestas in Lauchammer.

Ein politisches Zeitspiel kann sich die Lausitz nicht mehr leisten.

jan.siegel@lr-online.de