Die friedliche Revolution 1989 in der DDR war ein echter Epochenwandel, wo Dinge, die auf ewig unverrückbar schienen, plötzlich in Bewegung kamen. Das Gedenken daran macht sich vor allem an zentralen Daten fest wie dem Fall der Mauer am 9. November oder dem Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober.

Doch eigentlich sind diese Daten die Symbole eines viel längeren Prozesses. Es begann Mitte der 1980er-Jahre mit der von Gorbatschow angestoßenen Perestroika in der Sowjetunion, mit den Erfolgen der Solidarnosc in Polen, dem Reformkurs der kommunistischen Partei in Ungarn, die das erstarrte SED-Regime selbst innerhalb des sozialistischen Lagers in die Defensive trieben.

Im Land selbst schöpfte die Bürgerbewegung aus diesen Entwicklungen Mut, stellte sich gegen die Wahlfälschungen im März 1989, gegen das staatliche Informationsmonopol und drängte auf Veränderung. Gleichzeitig liefen der DDR die Menschen in Scharen davon. In Summe all dieser Faktoren konnten die Bürgerinnen und Bürger der DDR die „Diktatur des Proletariats“ stürzen und demokratische Freiheiten erkämpfen.

Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die Mauer nicht aus heiterem Himmel fiel, sondern dieses Ereignis Teil eines mühevollen Prozesses hin zur Demokratie in Mittel- und Osteuropa war. Ein Prozess, dessen glücklicher Ausgang zu Beginn keineswegs feststand.

Deswegen müssen auch solche Ereignisse wie die Aktivitäten der Friedenskreise und später der Runden Tische, von denen keine spektakulären Bilder vorliegen, Teil der Erinnerungskultur bleiben.