Spricht das für die Gestaltung des Schwanenteiches, wenn der Biber ihn als Habitat entdeckt? Die Stadtverwaltung hat flink entschieden, einen Kompromiss zu suchen.
Es hat viele Spaziergänger überrascht: Drei Weiden mit Nagespuren, eine musste gefällt werden. „Er ist wieder in unserer Landschaft angekommen. Darüber sind wir froh, er gehört dazu“, sagt Frank Kulik, der stellvertretende Bürgermeister. Und weil er dazu gehört, seien Bäume, die er verschonen soll, sofort mit Draht ummantelt worden. Ob der scheue Nager das so annimmt, beobachtet nun die Verwaltung.
Und wir Bürger beobachten mit. Wir wissen das Areal zu schätzen. Oft sitzen Spaziergänger auf den Bänken und Stegen. Morgens Senioren, mittags Pausierer, nachmittags junge Familien, abends die Jugendlichen. Dass der Biber das alles schluckt, ist schon ein Wunder. Zeigt aber auch, wie gut er sich in der Lausitz entwickelt.
Spremberg ist am Anfang seiner Kompromiss-Suche. Sanssouci hat die Biber-Familie 2018 umgesiedelt, der Park in Bad Muskau hat verdammt viel ausprobiert. Sprembergs Idyll ist ein kleines Licht neben diesen Kulturschätzen und mehr noch Natur. Viele Spremberger wissen, dass am Schwanenteich der Eisvogel vorbeischaut, Enten Akrobaten sind, Schwäne Abstand einfordern, der Uhu mal ein Küken holt. Eben das ist die Chance für den Biber – im Heimatfest-losen Jahr 2020. Ob wir ihn zu den Sound-City- und Heimatfestvorbereitungen 2021 noch mit bedenken müssen – mit bedenken dürfen?