In der Luftfahrt gilt als „Point of no Return“ oder „Punkt ohne Wiederkehr“ der Moment, in dem der Treibstoff bei einem Flug über den Ozean nicht mehr für den Rückflug reicht und damit zwingend bis zur Zielküste weiter geflogen werden muss. Das gilt auch, wenn die Besatzung feststellt, dass die neuen Ufer unwirtlich sind.

Wobei dieser Punkt ohne Wiederkehr durchaus auch für andere Vorgänge gilt. So drängt sich ein Vergleich mit dem neuen Kinder- und Jugendzentrum in Forst auf.

Die Besatzung, in diesem Fall die Stadtverordneten, hat viele Gründe anzunehmen, dass die Küsten bei der anvisierten Landestelle in der Gubener Straße 10 bei Weitem nicht so üppig sind, wie beim Start versprochen. Doch für eine Umkehr, wie deshalb von den meisten gewünscht, ist wohl der Point of no Return schon passiert. Bei Kursänderung droht daher eine Notwasserung. Und ob da irgendwann ein Seenot-Schiff mit Rettungsringen in Gestalt von neuem Geld vorbeikommt und alle doch noch zum vermutet schöneren Ufer am Wasserturm bringt, ist sehr hoch gepokert.

Da nimmt es nicht Wunder, dass die Bürgermeisterin als Flugkapitänin alles tut, um den ursprünglichen Kurs beizubehalten und – solange der Treibstoff in Form von Fördermitteln noch reicht – den Flieger irgendwie auf der vorbereiteten Landebahn sicher runter zu bringen.

Wer bei dem Streit im Cockpit verstört zurückbleibt, das sind die Passagiere – das heißt die Jugendlichen. Sie müssen sich fragen, ob ihre Maschine noch vor dem Erwachsenwerden je irgendein Ziel erreicht, das ihren Vorstellungen entspricht.