Gerade in der Tourismusregion Spreewald gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe weitaus mehr offene Stellen als Bewerber. Zugleich steigt die Zahl der Gäste immer mehr an. Es in dieser schwierigen Situation mit jungen und motivierten Ukrainern in der Ausbildung zu probieren, hat da schon fast etwas vom sprichwörtlichen Griff nach dem rettenden Strohhalm. Es wird Gastronomen wie Jörg Schwerdtner oder Marco Schelleter und deren Teams Zeit und Kraft kosten, die neuen Helfer, die noch kaum Deutsch können, auszubilden und einzuarbeiten. Wenn es den Lübbenauern gelingt, auf diese Weise Fachkräftenachwuchs selbst zu entwickeln, stellt sich ihnen aber gleich die nächste Herausforderung: Wie können die neuen Fachkräfte auch gehalten werden? Gute Bezahlung und ganzjährige Beschäftigung allein reichen da möglicherweise nicht. Das bieten andere auch. Die jungen Osteuropäer sollten sich darüber hinaus wohlfühlen in der Spreewaldstadt, sich vorstellen können, Neu-Lübbenauer zu werden. Was das betrifft, darf man wohl vorsichtig optimistisch sein. In Lübbenau hat nicht nur die Integration von Flüchtlingen, die 2015 kamen, gut funktioniert. Auch viele der polnischen Mitarbeiter bei Kaufland Logistik sind mittlerweile in Lübbenau heimisch geworden, pendeln nicht mehr zum Arbeitsort, sondern wohnen dort mit ihren Familien. Was Jörg Schwerdtner und Marco Schelleter tun, ist als also den Versuch wert.