Die Stadt Spremberg hat das Wichtigste, was sie für die Zukunft braucht: Aufgeweckte Kinder und Jugendliche, die mitgestalten und mitbestimmen wollen. Das zeigte dieser Projekttag im Bergschlösschen in dieser Woche wieder einmal deutlich. Nur das Potential zu nutzen, die Schüler wirklich einzubeziehen, sich die Zeit zu nehmen, ihre Meinung anzuhören, scheint schwer zu sein. Dabei hat ein Mädchen am Projekttag sogar erzählt, wie nach so einem Gespräch mit der Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier einige der Probleme, die sie mit ihren Klassenkameraden angesprochen hatte, tatsächlich gelöst werden konnten.

Das macht den Kindern Hoffnung, tatsächlich etwas bewegen zu können. Auch in der Kommunikation stimmen die Voraussetzung für die Mitbestimmung. Der Spremberger Jugendbeirat hat seine Internet-Seite und eine E-Mail-Adresse, informiert über Facebook und Instagram. Dass er trotzdem nicht mehr Mitstreiter bekommt und ein dickes Problem hat, wenn die Aktiven zum Studieren, zur Ausbildung in der Ferne ziehen, ist kaum zu verstehen. Vorstellbar ist heute leider nicht mehr, dass ein Lehrer seine Schüler mit dem Satz ins Wochenende schickt: „Heute ist der erste Freitag im Monat, der Jugendbeirat tagt, schaut doch mal vorbei.“ Nein, Lehrer sind dem Schulamt unterstellt, dem Land – und der Stadt oft sehr fern. Aber vielleicht könnten die Schulsozialarbeiter zu dieser Schnittstelle werden. Dass ihnen die Intensität des Projekttages und an seine Ergebnisse gefielen, macht mir Hoffnung.