Keine Frage: Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist nie eine gute Nachricht. Eine solche Maßnahme bedeutet immer, dass Einschnitte notwendig sind und dass etwas nicht mehr benötigt wird, was lange Zeit zum Ganzen dazugehörte. Und natürlich bringt ein Stellenabbau auch für jeden Einzelnen, der davon betroffen ist, gravierende Veränderungen mit sich – und sei es nur ein Wechsel innerhalb des Betriebes.

Trotzdem ist ein etwas differenzierterer Blick auf die aktuelle Situation bei Trevira möglich, ja wohl sogar nötig. Zum einen, weil durch die Altersstruktur der Belegschaft durchaus die Chance besteht, dass die Streichung der Arbeitsplätze weitgehend sozialverträglich über die Bühne gehen kann, die Einschnitte für den Einzelnen nicht ganz so tief ausfallen würden. Der Abbau würde somit nicht zum ganz großen Drama taugen. Differenzierte Betrachtung zum anderen, falls die Gesamtheit der jetzigen Maßnahmen tatsächlich dazu führt, dass der Produktionsstandort Guben langfristig gesichert werden kann. Dies wäre letztlich ein wichtiges Signal für die gesamte Stadt – dass hier nämlich nicht alles den Bach hinuntergeht, wie wir manchmal meinen.

An ihren Aussagen, ihren Versprechen, wird sich die Geschäftsführung nun messen lassen müssen. Denn klar ist auch: Werden diese nicht eingehalten, dann wäre das in der Tat das ganz große Drama für das Unternehmen, für die Stadt und für die ganze Region.