Was ist in der Töpfergemeinde nicht alles gestritten worden über das neue Bürgerzentrum. Die vielen verschiedenen Vorschläge füllen Bände und ergeben bei einer Suche im Rundschau-Archiv über die vergangenen fünf Jahre reichlich Ergebnisse. Das von Alt-Bürgermeister Horst Hofmann favorisierte Steinzeugwerk, die Kulturscheune Scholz, die ehemaligen Kirchenräume in der Friedensstraße sowie die ehemalige Töpferei Matthias erwiesen sich allesamt als Flop.
Jetzt braucht es eine schnelle Einigung im Dorfentwicklungsausschuss und in der Gemeindevertretersitzung, damit die letzten Details geklärt werden können. Und damit die Planer aus dem Entwurf das fertige Projekt skizzieren können. Erst dann nämlich kann die Amtsverwaltung aktiv werden und versuchen, Fördertöpfe anzuzapfen.
Diese Mittel braucht es auch, denn über die Jahre ist aus einer 250 000-Euro-Investition ein Millionenprojekt erwachsen, das auf dem Weg dahin durch verworfene Ideen schon eine fünfstellige Summe verschlungen hat. Das sich die Töpfergemeinde aber auch verdient hat. In Crinitz gestalten viele Einwohner und Vereine aktiv das örtliche Leben mit. Mehr als 1000 Menschen wohnen in dem Dorf, in dem in diesem Jahr beinahe zum 24. Mal einer der größten Töpfermärkte Ostdeutschlands stattgefunden hätte.
Dass der 25. Töpfermarkt, so er denn 2022 steigt, wohl noch nicht, wie zwischenzeitlich erhofft, von dem neuen Bürgerzentrum profitieren kann, ist freilich nicht mehr die Schuld der diskussionsfreudigen Crinitzer. „Wir warten heute mindestens zwei Jahre vom Beschluss der Gemeindevertretungen bis zur Umsetzung des Bauvorhabens. Das hat nach der Wende mal sechs Monate gedauert“, erneuert Gottfried Richter, Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster, seine Kritik an den langen Wartezeiten nach Antragsstellungen in Deutschland für kommunale Hochbauvorhaben.