Junge Ärzte braucht das Land! Und das gilt besonders für das Land Brandenburg und seine zentrumsfernen Regionen. Zwar weist die offizielle Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg zumindest für die Mittelzentren Senftenberg-Großräschen und Lauchhammer-Schwarzheide momentan noch einen statistischen Versorgungsgrad mit Hausärzten von 101 und 97 Prozent aus. Doch landesweit sind bereits mehr als 40 Hausarztstellen unbesetzt. Viele Haus- und Fachärzte sind zudem in einem Alter, mit dem sie den Ruhestand schon fest im Blick haben. Die medizinische Unterversorgung hängt wie ein Damoklesschwert über den ländlichen Regionen.

Da ist es gut, wenn nichts unversucht bleibt, um junge, angehende Mediziner für die Mark Brandenburg als künftigen Arbeitsort zu begeistern. Das Förderprogramm für junge Landärzte, wie es das Land und die Kassenärztliche Vereinigung 2019 gemeinsam aufgelegt haben, ist ein scheinbar recht erfolgreicher Versuch. Das Interesse von Medizinstudierenden war für die ersten beiden Bewerbungsrunden nach Aussage der KVBB jedenfalls groß.

Klar ist allerdings auch. Die Investition in die jungen Menschen, die heute getätigt wird, wird sich erst in ein paar Jahren auszahlen. Erst in acht bis zehn Jahren können die Früchte geerntet werden. Denn erst dann werden die ersten Stipendiaten, die 2019 in das Landärzte-Förderprogramm aufgenommen wurden, ihren Facharzt-Abschluss in der Tasche haben. Langer Atem wird gebraucht, langfristig vorausdenken ist nötig.

Lauchhammer/Jena