Es ist eine Sache, sich nicht über laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft äußern zu wollen. Das ist verständlich. Es ist aber eine andere Sache, gänzlich Anfragen von Bürgern und auch von Gemeinderäten abzulehnen. Zugegeben: Es ist das Recht des Bürgermeisters, wegen der Coronakrise von Bürgeranfragen abzusehen. Das bestätigt auch die Kommunalaufsicht. Übrigens hatte der Schleifer Bürgermeister ebenfalls darauf verzichtet. In anderen umliegenden Gemeinden ist das jedoch problemlos möglich gewesen, obwohl auch dort längst nicht „Friede, Freude, Eierkuchen“ herrscht. Es bleibt daher ein fader Beigeschmack nach der Sitzung in Trebendorf zurück. Gerade dann, wenn der Tagesordnungspunkt „Informationen des Bürgermeisters“ unter anderem dazu genutzt wird, eigene Positionen darzustellen. Und: berechtigte und auch unberechtigte Fragen von Gemeinderäten müssen zugelassen werden. Das macht die Sache oft zwar nicht einfacher, verlangt aber die Sächsische Gemeindeordnung. Da mag der eine oder andere Rat noch so sehr hinter den Kulissen Fäden spinnen, ein Fragerecht hat jeder gewählte Abgeordnete. Und genau genommen auch jeder Bürger.

Trebendorf