Das Ansinnen ist ehrenhaft, der Zweck nachvollziehbar. Doch der Wunsch einiger Kreistagsfraktionen, künftig den Schülerverkehr in Spree-Neiße flächendeckend auszubauen, dass am Nachmittag stündlich Busse verkehren, ist nicht bezahlbar. Dass Busse mit nur einem Kind oder gar komplett leer durch die Gegend fahren, ist weder ökologisch noch wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Andererseits haben natürlich auch diejenigen recht, die einfordern, den ländlichen Raum zu stärken, damit sich dieser im Wettbewerb gegen die großen Städte, der längst begonnen hat, wenigstens halbwegs behaupten kann. Der von der Fraktion SPD/LU formulierte Vorschlag zeigt einen guten Weg auf. Er fordert mehr Schülerverkehr dort, wo es einen echten Bedarf gibt. Dabei sollten zwingend auch die in den Morgenstunden mitunter heillos überfüllten Busse mit berücksichtigt werden.

Der Vorschlag geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er den ÖPNV im Landkreis generell auf den Prüfstand stellt. Ideen gibt es dabei schon jetzt einige, bis dahin, der künftigen Gesamtschule in Kolkwitz einen eigenen Bahn-Haltepunkt zu spendieren. Doch das Wunschkonzert hat spätestens dann ein Ende, wenn es um die Frage geht, wer die Musik bezahlen soll. Deshalb sind Visionen natürlich gern gesehen in der Debatte, die ja selbst die großen Themen wie Struktur- und Klimawandel berührt. Doch der realistische Blick dafür, was machbar ist, darf dabei nicht verloren gehen.