Ich kann mich an das vergangene Jahr und den Wahlkampf noch gut erinnern. Dort hatte quasi jede zur Wahl stehende Partei oder Wählergemeinschaft zur Weißwasseraner Kommunalwahl von mehr Bürgerbeteiligung gesprochen. Diese jedoch umzusetzen, ist, wenn es konkret wird, gar nicht so einfach. Karina Ott und Bernd Frommelt nehmen es nun in Angriff – so jedenfalls die Theorie. Denn de facto sind sie nicht die einzigen. Auch andere im Stadtrat vertretende Parteien haben das versucht. Infoabende, Diskussionsrunden oder Infostände. Die Frage die sich stellt ist – und die stellte sich schon im Wahlkampf – wie lassen sich die Bürger erreichen? Und gerade in einer Zeit, in der viel vom „Hören-Sagen“ die Rede ist, in der Tatsachen mit „alternativen Fakten“ begegnet wird. Früher haben die Menschen geglaubt und sich durch Wissenschaft nach und nach Wissen angeeignet. Heute gibt es viel Wissen, dem allzu oft Glaube entgegengesetzt wird.

In jedem Falle sind Beispiele wie etwa die Art und Weise, wie die Verteilung der Leag-Vereinsgelder 2019 in Weißwasser zustande kamen, kein Anreiz, sich als Einwohner einzubringen. Auch Zukunftswerkstätten, die zwar durchgeführt aber eigentlich für die Stadtentwicklung kaum eine Rolle spielen, sind kontraproduktiv.

Wenn Bürgerbeteiligung stattfindet, sollte sie auch Eingang in eine Entscheidung finden. Wenn das nicht geschieht, darf man sich nicht wundern, wenn immer weniger Bürger sich aktiv ins Stadtgeschehen einbringen.

christian.koehler@lr-online.de

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