Erst hat die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg Fachleute irritiert, weil kein vollständiger Geschäftsbericht für 2019 vorliegt. Jetzt stellen gewählte Landtagsabgeordnete infrage, ob BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup die künftigen Einnahmen richtig rechnet. Zu Recht.

Der neue Großflughafen soll am 31. Oktober 2020 aufmachen. Der Zeitpunkt ist ungünstig: In der Coronakrise sind die Passagierzahlen eingebrochen. Airlines bauen Arbeitsplätze ab. Billigflieger, die früher zuhauf Touristen nach Berlin transportierten, rechnen damit, dass das Geschäft erst 2023 wieder auf dem Niveau von 2019 sein wird.

Neue Corona-Ausbrüche können den Flugverkehr lahm legen. Urlauber und Geschäftsleute buchen weniger Flugreisen. Die Debatte um den Klimawandel befördert ein Umdenken: Schnell mal nach London jetten, ist weniger angesagt.

BER hat Potenzial – doch die Annahmen sind fragwürdig

Einerseits hat der BER Potenzial: Gewerbeflächen am Flughafen sind gefragt und knapp. Andererseits setzt BER-Chef Lütke Daldrup störrisch auf mehr Passagiere und Fluggesellschaften, die vergleichsweise teuer für Starts und Landungen bezahlen. Die Steuerzahler könnte das Milliarden kosten. Die Rechnungshöfe müssen das BER-Finanzgebahren durchleuchten.