In der Cottbuser Straße von Forst bündeln sich die Anforderungen, die an eine „Straße“ als solche gestellt werden, in besonderer Weise. Zum einen die ganz klassische Aufgabe als Verkehrsweg. Sie ist eine Bundesstraße, über die der Pkw-, Lkw- und Busverkehr reibungslos und abgasarm fließen soll. Das heißt, dafür sind möglichst wenige Ampeln oder andere Barrieren gefragt. Zum anderen ist es eine innerstädtische Straße, womit neben dem überregionalen auch viel innerörtlicher Verkehr rollt, was eine zusätzlich Verkehrsbelastung bedeutet. Wobei als Straße im Zentrum einer Stadt mit immer älter werdenden Bevölkerung auch die Fußgänger mehr Bewegungsfreiheit benötigen – mit Querungen und viel Barrierefreiheit. Nicht zu vergessen die Anforderungen der Radfahrer und des ÖPNV. Für die Funktion als Verkehrsweg ist mit der Sanierung ein großer Schritt nach vorn erfolgt.

Die zweite Aufgabe der Cottbuser Straße ist die eines innerstädtischen Anziehungspunktes für Handel, Gastronomie und Erlebnis. Dafür braucht es Parkplätze, Sitzgelegenheiten, Begrünungen, ein attraktive Optik, kurz – ein Umfeld zum Wohlfühlen und Bummeln. Hier ist noch viel zu tun. So, wie die Situation ist, wird wohl bei keinem der vielfältigen und gegensätzlichen Anforderungen ein Optimum zu erreichen sein. Geschafft werden können allerdings gute Kompromisse, bei denen keine der Interessen von Händlern, Kunden, Passanten und Fahrern völlig unter den Tisch fällt. Die jetzt im Gewerbeverein diskutierten Vorschläge zeigen da in die richtige Richtung.