Zu den Gründen, warum der Konflikt um das Forster Jugendzentrum so verzwickt ist, gehört, das er mit zu viel sachfremden Themen aufgeladen ist. Ein Beispiel dafür ist, dass die von drei Forster Stadtverordneten angestoßene Online-Petition pro Standort Gubener Straße in einer Pressemitteilung von Bündnis 90/ Die Grünen mit dem Strukturwandel in der Lausitz vermengt wurde, der durch Rechtspopulisten blockiert würde.
Heide Schinowsky als Kreisvorsitzende von B90/Die Grünen begründet dies damit, dass gute Jugendarbeit junge Menschen in der Region hält, als eine Voraussetzung für erfolgreichen Strukturwandel. Abgesehen davon, dass in der eigentlichen Petition kein Wort von Strukturwandel steht, ist diese Vermengung inhaltlich höchst fraglich.
So gehören Linke aus Forst, die keineswegs als Rechtspopulisten zählen können, zu den vehementesten Befürworter eines Jugendzentrums am Wasserturm und des Planungsstopps.
Zum anderen geht es bei den Förderprogrammen, die für das Jugendzentrum in Rede stehen, nicht um Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz. In den nächsten Jahren muss mit den Geldern aus dem Kohleausstieg aber tatsächlich ein Wandel geschafft werden – mit nachhaltigen Projekten, auf die sich auch die Kommunalpolitik verständigen muss. Wer dabei auf jedes sowieso anstehende Vorhaben nur das Etikett „Strukturwandel“ klebt, wird diese einmalige Chance verpulvern. Eine gute Jugendarbeit gehört beispielsweise – unabhängig vom Strukturwandel – zu den Kernaufgaben einer jeden Kommune.