Am Sonntag ist es drei Wochen her, dass die Brandenburger zu den Wahlurnen gerufen worden waren. Mittlerweile ist klar, welche Farben die nächste Koalition vertritt. Und am Mittwoch konstituiert sich schon der neue Landtag. Doch wer an den Laternenmasten im Land vorbeigeht, sieht immer noch vereinzelte Wahlplakate. Vor allem diejenigen, die einen Wahlkreis nicht direkt gewonnen haben, scheinen sich mit der Entfernung des Politikmülls wieder einmal Zeit zu lassen.

Besonders genervt ist derzeit Günter Baaske. Denn direkt vor dem Wohnhaus des SPD-Politikers hatte im Wahlkampf der AfD-Politiker Kai Laubach ein Plakat angebracht. Zwei Wochen nach der Wahl hing es dort immer noch. Aber der frühere Sozialminister und heutige Anglerpräsident Baaske, der seinen Wahlkreis im Fläming wieder einmal direkt gewann, wäre nicht Günter Baaske, wenn er nicht eine Idee gehabt hätte. Denn im Wahlkampf hatte die AfD unter die Plakate anderer Parteien sogenannte Störer gehängt: Kleine Zusatzplakate mit der Aufschrift „Ihr hattet 30 Jahre Zeit“, verbunden mit zwei Pfeilen, die auf das Plakat darüber zeigten.

Und Baaske hatte einen dieser Störer abgerissen in einem Straßengraben liegen gesehen. Ergo überklebte der frühere Minister die Formulierung 30 Jahre auf dem weggeworfenen Störer mit den Worten „zwei Wochen“ und hing ihn unter das Laubach-Plakat. „Ihr hattet zwei Wochen Zeit“ heißt es nun unter dem AfD-Plakat an Baaskes Auffahrt. Ab Montag vielleicht sogar „drei Wochen“ – wenn das Ordnungsamt bis dahin nicht tätig geworden ist. Denn wenn ein Wahlplakat zu lange hängt, kann es von Amts wegen entfernt werden, und das kostenpflichtig.