Manch eine hat sich gar die Ablehnung der Barbie zur politischen Aufgabe gemacht. Wie die Hamburgerin Stevie Schmiedel, die eigens die Organisation „Pink-
stinks“ gegründet hat. Die promovierte Genderforscherin engagiert sich nicht dagegen, dass Mädchen pinke Sachen tragen und meinen, sie müssten so aussehen wie Barbie. Dem Sexismus und dem von Barbie vorgelächelten Stereotyp will Schmiedel ein modernes Frauenbild entgegensetzen. Seit fünf Jahren kämpft ihre Organisation gegen ein Bild vom Frausein, das Barbie populär gemacht hat.

Zum Dank dafür hat „Pinkstinks“ jetzt den Louise-Otto-Peters-Preis der Stadt Leipzig bekommen. Der Preis ehrt besondere Leistungen zur Gleichstellung von Männern und Frauen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis ist nach Louise-Otto Peters benannt, einer Leipziger Frauenrechtlerin aus dem 19. Jahrhundert. Damals hieß pink noch rosa und man trug es höchstens als Unterwäsche. Und wenn es dreimal in der Kochwäsche war, hieß es dann fleischfarben und war somit moralisch und politisch völlig in Ordnung.