Böllern hat Tradition. Das glaubt man gar nicht, bis man weiß, dass das erste Feuerwerk Böller waren. In China. Damals. Und sie sollten böse Geister vertreiben. Im Grunde böllern und feuerwerken wir heute noch, um die bösen Geister zum Jahresbeginn loszuwerden. Und böse Geister gibt es eine Menge – dieses Jahr war schließlich voll davon. Leider böllern die im Zweifel mit und lassen sich von „Wunderwuzzi“, „Funksoul“ und „Sledgehammer“ eher nicht vertreiben (ja, so heißen in diesem Jahr die Feuerwerkskörper und -batterien). Bleibt also die Tradition, in Europa waren die Barockzeiten die Hochzeiten der Feuerwerke. So eine Tradition kann man aus guten Gründen (Lärm, Müll, Umwelt) doof finden und einfach drauf verzichten. Denen, die sie wichtig ist, darf man aber auch einmal im Jahr den Spaß gönnen, ihr Gespartes in den Himmel zu schießen. Nur aufräumen danach, das wäre wirklich nett. In dem Zuge – schon jetzt einen dicken Dank an die Stadtwerke und all die, die danach selbst zum Besen greifen und den Rest vom Fest wegräumen.