Markus Söder entdeckt den Klimaschutz. „Mutige Entscheidungen “ für mehr Klimaschutz, einen Kohleausstieg bis 2030 und Strukturhilfen, nicht nur „für Ausgleichsmaßnahmen einzelner Landkreise“ hat der bayerische Ministerpräsident am Montag im München gefordert.

Kann man machen, wenn mal plötzlich Angst vor grünen Wählern bekommt und schnell mal was herausposaunen will. Tut ja keinem Wähler in Bayern weh, wenn man den Kohleausstieg 2030 fordert.

Wenn man aber ehrlich ist – so als bayerischer Ministerpräsident – dann sollte man vielleicht mal vor der eigenen Haustüre kehren. Mutige Entscheidungen? Wie wäre es dann damit, die bayerische Blockadehaltung beim Bau von Windanlagen aufzugeben? Brandenburg bringt es auf dreimal so viel installierte Leistung wie die Südostdeutschen. 2018 wurden in Bayern ganze acht neue Windenergieanlagen gebaut, in Brandenburg 91.

Und was die Ausgleichsmaßnahmen „für einzelne Landkreise“ betrifft: Bis in die 80er-Jahre hat keiner in Westdeutschland gejammert, als das rückständige Agrarland Bayern mit dem umverteilten Geld der anderen Länder zum Technologiestandort subventioniert wurde. Warum dann jetzt, wenn die Lausitz – und NRW – die Hauptlast einer „mutigen“ Energiepolitik tragen?

Selber nichts tun und dann auch noch mit dem Finger auf andere zeigen? Dafür hätte es in der Schule nur einen Kommentar gegeben: Söder, setzen, sechs!

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