Noch gibt es sie, die Hoffnung auf einen nassen Mai, auf anhaltenden Landregen im Juni, regelmäßige Schauer im August. Doch bisher sieht es eher so aus, als müsse sich die Lausitz auf den dritten Dürresommer in Folge vorbereiten. Noch ist offen, ab wann die Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern wieder eingeschränkt wird, aber zwischen Spree und Schwarzer Elster mahnen die Behörden schon jetzt zu Sparsamkeit im Umgang mit Wasser.

Der Ausdruck „kostbares Nass“, den wir vor einigen Jahren noch so leichtfertig in den Mund genommen haben, bekommt inzwischen einen bitteren Beigeschmack: Das Fehlen dieser tatsächlich kostbaren Flüssigkeit bedroht inzwischen jeden in der Lausitz. Stadtbewohner sehen verdorrende Straßenbäume, in den Kleingärten wird längst schon wieder allabendlich gewässert und die Landwirtschaft stellt sich auf die Beantragung von Dürrehilfen ein.

Langsam aber zeigt sich, dass selbst die Industrie nicht unberührt bleibt von Wassermangel und Trockenheit: Das sächsische Umweltministerium warnt schon jetzt vor spürbaren Auswirkungen für die Wirtschaft. Kraftwerke, die chemische Industrie aber auch die Wasserversorgung von Berlin und Frankfurt/Oder sind abhängig von einer gesicherten Wasserversorgung aus der Lausitz.

An diesen harten Fakten kommt niemand vorbei. Auch Leugner des menschengemachten Klimawandels müssen sich mit seinen Folgen auseinandersetzen – und nach möglichen Lösungen suchen. Dürre und Hitze nagen an unseren Lebensgrundlagen. Wir müssen also Handlungsmöglichkeiten entwickeln und aktiv werden. Denn von allein wird das Klima nicht wieder besser.

Anhaltende Trockenheit Die Lausitz verdorrt

Cottbus