Seit Ende 2008 befindet sich das Land in der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Aufträge brachen massenhaft weg, sodass sich viele Betriebe nur mit staatlich geförderter Kurzarbeit über Wasser halten können. Was den Beschäftigten ein gewisser Trost ist, - sie werden dadurch nicht erwerbslos -, drückt jedoch auf das Lohnniveau. Und das ist die entscheidende Kennziffer für die Rentenberechnung. Eigentlich müssten die gesetzlichen Altersbezüge sogar sinken, denn erstmals seit einem halben Jahrhundert brachen auch die durchschnittlichen Bezüge der Beschäftigten ein. Eine schon in Zeiten der Großen Koalition vorsorglich beschlossene Klausel verhindert jedoch, dass es dazu kommt. So gesehen sind die Rentner in diesem Jahr sogar privilegiert. Dass viele mit der Einfrierung ihrer Bezüge immer noch hervorragend leben können, während es für viele andere schon vorher kaum zum Leben reichte, steht dabei auf einem anderen Blatt. In Zeiten leerer Kassen noch Rentensteigerungen zu erwarten, hieße aber, all jene zu überfordern, die die laufenden Altersbezüge mit ihren Beiträgen erarbeiten. Das geltende Rentensystem basiert auf der wechselseitigen Solidarität zwischen Alt und Jung. Durch die Schutzklausel zur Verhinderung von Rentenkürzungen ist diese Solidarität aus Sicht der Beschäftigten ohnehin schon arg strapaziert.