Die Altersfreigabe von Computerspielen wurde verschärft, ebenso das Waffengesetz. Wirklich verändert hat sich dadurch jedoch kaum etwas. Neben zehn Millionen legalen Schusswaffen sind vermutlich noch immer doppelt so viele illegale Schusswaffen in Deutschland vorhanden. Wer zu jung ist, um sich ein indiziertes Computerspiel im Laden zu kaufen, besorgt es sich über ältere Geschwister oder Freunde.
Ohnehin können Gesetze allein, mögen sie auch noch so restriktiv sein, eine Bluttat wie in Erfurt nicht verhindern. Genau so wichtig ist die Frage, welche Werte und Orientierungen werden Kindern und Jugendlichen vermittelt„ Wie lernen sie, mit Konflikten und persönlichen Niederlagen umzugehen“ Diese Debatte, in der nicht nur die Schulen gefragt sind, ist ein Jahr nach dem Massaker noch längst nicht zu Ende. Das Gedenken an die Opfer von Erfurt sollte uns daran erinnern.