Manche mögen es für ein Wahlkampfmanöver halten, wenn SPD-Justizministerin Brigitte Zypries nun darauf pocht, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ein Adoptionsrecht einzuräumen, das sie nicht mehr eklatant gegenüber heterosexuellen Beziehungen benachteiligt. Aber deshalb muss die Idee ja nicht schlecht sein. Die durchaus repräsentative Studie des Staatsinstituts für Familienforschung an der Uni Bamberg, das übrigens durch den Freistaat Bayern finanziert wird, lässt sich nämlich schwerlich entkräften. Nach diesen Erkenntnissen ist es für die psychische Entwicklung eines Kindes unerheblich, ob es in hetero- oder homosexuellen Haushalten aufwächst. Entscheidend bleiben Verantwortung und Zuneigung, die die Partner dem Kind entgegenbringen. Wo Kinder geliebt werden, wachsen sie auch gut auf. Was die Skepsis der Union betrifft: Durch ein verbessertes Adoptionsrecht für Schwule und Lesben, das ohnehin nur sparsam Anwendung finden würde und in Ländern wie Schweden oder Spanien längst Praxis ist, stürzt diese Welt nicht ein.