Bis hinauf in die Grünen-Spitze. Angesichts des demoskopischen Dauertiefs der Genossen läuft das deklarierte Bündnis für viele Parteigänger nicht auf Gedeih, sondern Verderb hinaus.

Zwar gibt sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unerschütterlich optimistisch für einen gemeinsamen Sieg. Doch auch er weiß natürlich um die wahlstrategischen Probleme, sollte sich der Eindruck in der Bevölkerung festsetzen, dass es für Rot-Grün im Herbst nicht reichen kann.

Steinbrück selbst hat sein politisches Schicksal mit der Neuauflage dieser Koalition verbunden. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass er zur "lame duck", zur lahmen Ente im Wahlkampf wird, sollten die miesen Umfragewerte für die Sozialdemokraten bis kurz vor der Bundestagswahl am 22. September immer noch wie in Stein gemeißelt sein.

Der Urnengang in Bayern eine Woche zuvor verheißt nach jetzigem Stand jedenfalls nichts Ermutigendes. Nachdem SPD und Grüne im Freistaat zunächst Morgenluft geschnuppert hatten, ist die CSU mittlerweile drauf und dran, die absolute Mehrheit wieder zurückzuerobern.

Noch vertrackter könnte es werden, wenn das Bayern-Ergebnis rechnerisch ein schwarz-grünes Bündnis zulässt. Bei der dann unvermeidlichen Diskussion darüber liefen auch die Grünen Gefahr, Federn zu lassen. Zumindest würden ihre Sympathisanten verunsichert. Rot-Grün kann nur noch auf ein Wunder hoffen.

politik@lr-online.de