Manchmal hat man eben Glück. Zum Beispiel, wenn in der warmen Jacke, die man im Herbst aus dem Kleiderschrank holt, fünf Euro den Sommer überdauert haben. Oder 50. Oder sogar 500. So etwas Ähnliches – wenngleich in viel größerem Maßstab – ist jetzt den Philippinen passiert. Nach vielen Jahren haben sie endlich mal wieder ihre Inselwelt inspiziert. Und siehe da: Anders als bisher gedacht, besteht das Land nicht aus rund 7000 Eilanden. Sondern es sind glatt 500 mehr. Entdeckt wurden die Inseln nur, weil die nationale Behörde für Kartierung neue Radargeräte angeschafft hat. Mit ihnen konnte sie nun all das, was früher als vergängliches Sandgebilde galt, zweifelsfrei als festes Land identifizieren.

Solche Klarheit tut gut. Deshalb sollte auch die Bundesregierung unbedingt genauer hinschauen, welche Schätze ihr bisher entgangen sind. Wer weiß, vielleicht lässt ein Blick von oben leere Wohnungen auf dem Radar erscheinen. Oder etwas ganz anderes Sensationelles käme zum Vorschein: saubere Seen und Flüsse in Hülle und Fülle, die sich derzeit zwischen Industriegebieten und Autobahnkreuzen versteckt halten. Aus Deutschland würde ein einziges Wasser- und Badeparadies – mit vielen Inselchen zum Ausruhen.