Die Abscheu, die viele gegenüber Spinnen empfinden, ist ungerecht. Sind sie nicht wahre Baumeister, wie sie ohne jede Hilfe ihre Netze anlegen? Dazu befreien sie die Umwelt auch von vielen lästigen Kleininsekten. Sogar fliegen können die Wundertiere, und das, obwohl sie keine Flügel besitzen. Nun haben Forscher der Universität Bristol das Rätsel gelöst, wie die Achtbeiner das schaffen: mit der Kraft elektrischer Felder.

Da sich rund um die Erde jeden Tag etwa 40 000 Gewitter ereignen, ist die Atmosphäre meist elektrisch aufgeladen. Also reckt eine Spinne vor dem Abheben einfach nur ihre Vorderbeine in die Luft, um zu fühlen, ob die Umgebung unter Strom steht. Wenn ja, schwebt das Tier mit einer Mischung aus Wind- und Elektrokraft davon. Die Spinnen starten und landen tatsächlich in demselben Takt, in dem das elektrische Feld ein- und ausgeschaltet wurde.

 Der Tag ist also vielleicht gar nicht mehr fern, an dem wir alle in Spinnenautos durch die Lüfte segeln. Fossile Energie würde dann nicht gebraucht, und endlich wären überall die Straßen wieder frei. Vielleicht kann man den Gedanken ja mal im Verkehrsministerium weiterspinnen.