Wie erklären Sie sich diesen enormen Anstieg?
Das hängt mit der Weltwirtschaftskrise zusammen. Während in den Industrieländern die Arbeitslosigkeit steigt, hungern in den Entwicklungsländern automatisch mehr Menschen. Viele Migranten, die in Industrienationen leben, können ihren Familienangehörigen beispielsweise in Afrika kein Geld mehr schicken, da sie arbeitslos geworden sind. Es fehlen Milliarden-Beträge, die zu Hause Not gelindert haben.Wie kann dieser Trend gestoppt werden?
Der Welthunger-Index hat auch ergeben, dass diejenigen, die von Armut betroffen sind, zu 70 Prozent Frauen sind. In 29 Ländern ist die Hungersituation noch immer ernst oder gravierend. Frauen müssen deshalb unterstützt werden, mehr Einfluss haben. Bildung ist der Schlüssel für weniger Armut. Der Index bezieht sich aber auch auf die positiven Entwicklungen. In Südamerika hat sich die Lage verbessert, auch Teile Afrikas sind nicht mehr so stark betroffen.Hat die Spendenbereitschaft wegen der Wirtschaftskrise nachgelassen?
Die Bereitschaft ist im Vergleich zum Vorjahr glücklicherweise gleichbleibend. Im vergangenen Jahr standen der Welthungerhilfe insgesamt 147,4 Millionen Euro zur Verfügung. Davon stammen rund 37,1 Millionen Euro aus Spenden, der Rest verteilt sich auf öffentliche Gelder etwa aus dem Welternährungsprogramm, von der Europäischen Union oder dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.