In diesen Tagen wird viel über die großen Leistungen der Ostdeutschen gesprochen, vom Systemwechsel, der zu verkraften war. Für Millionen bedeutete das zunächst einmal: Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst und Ohnmachtsgefühle.

Das ist nicht vergessen. Dabei gilt vielen die Treuhand als Totengräberin der ostdeutschen Wirtschaft, die zugunsten der westdeutschen Konzerne Konkurrenz aus dem Weg geräumt und Immobilien freigeräumt hat.

Wie es tatsächlich war, ist aber weitgehend unbekannt. Bundesregierung und Bundestag hatten seinerzeit fast keine Kontrolle über die Privatisierungen und wollten sie auch nicht haben. Es sollte schnell gehen. Zumindest das hat geklappt.

Das Agieren der Treuhand endlich gründlich, wissenschaftlich und vorurteilsfrei aufzuarbeiten ist wichtig. Nicht zuletzt für den inneren Frieden im Land.

Dass die Linken einen Untersuchungsausschuss fordern, obwohl klar ist, dass es keinen geben wird, hat mit dem Versuch zu tun, Aufmerksamkeit auf sich und auf das Thema zu lenken.

Zumindest das Thema hat diese Aufmerksamkeit wirklich verdient.

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