Nun verließ nach Ex-Trainer Eduard Geyer und Ex-Manager Klaus Stabach mit Dieter Krein der letzte des einst unumstrittenen Führungstrios die Energie-Kommando-Brücke.
Jahrelang hatte der kantige Präsident mit dem Hang zu markigen Sprüchen in der Region etwas bewirkt und (sicher nicht zu Unrecht) die vielen Erfolge für sich vereinnahmt. Deshalb fallen nun auch Misserfolge auf ihn zurück. Krein polarisierte und schaffte es zum Schluss nicht mehr, alle Lausitzer Freunde und Sponsoren des Vereines zu bündeln. Statt auf die Kräfte der Region zu setzen und auf sie zuzugehen, verprellte er einige und suchte außerhalb nach neuen Geldquellen - zuletzt bei umstrittenen US-Finanzfonds - ohne Erfolg.
Das Management des EuroSpeedway Lausitz hat Ähnliches durch. Träumte man am Anfang von Weltklasse-Rennen mit hunderttausenden Fans aus ganz Europa, fußt ein gewichtiger Teil des neuen Erfolges des Lausitzringes auf seiner Rückbesinnung auf die Region. Rennen und Auslastung sind zwar bescheidener als einst großspurig angekündigt, aber die nach wie vor wohl modernste Strecke Europas hat sich etabliert und ist erfolgreich.
Der Rücktritt von Dieter Krein hat beim FC Energie Cottbus den Weg für eine ähnliche Rückbesinnung freigemacht. Jetzt sind die neuen Männer um Michael Stein gefordert, dem FC Energie mit Energie aus der Region neuen Schwung zu verleihen. Damit der „Stolz der Lausitz“ wieder das wird, was er in den ersten Jahren unter Krein, Stabach und Geyer schon einmal war: gelebtes Symbol für den Zusammenhalt einer Region. Nur dann gibt es hier wieder Erfolg.