357 – so viele Fälle von Rauschgiftkriminalität wie 2019 gab es in Elbe-Elster schon seit Jahren nicht mehr. Der ein oder andere mag aufatmen, wenn er hört, dass es dafür eine einfache Erklärung gibt: die verstärkten Polizeikontrollen beim Feel-Festival im Juli des vergangenen Jahres. Und doch sagt diese Zahl aus, dass Betäubungsmittel in der Jugendkultur auch in Elbe-Elster stärker verankert ist, als es die Kriminalitätsstatistiken aussagen. Gerade bei einem Festival gehört der Drogenkonsum für viele dazu – ob das nun legal ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auch deshalb ist es wichtig, auf Aufklärung und Beratung statt auf Kontrollen und Strafen zu setzen.
Die polizeilichen Maßnahmen setzen schließlich erst da an, wo der Joint bereits geraucht und die Pille bereits geschluckt ist. Zu spät, denn verhindert werden müsste eigentlich schon der Konsum vorher. Und auch der Handel ist zwar offiziell illegal, floriert aber gerade, wenn es um Cannabis geht – und das ganz ohne Jugendschutz und andere Kontrollinstanzen. Wer das Gefühl hat, kriminell zu handeln, wendet sich zudem eher nicht freiwillig an öffentliche Beratungs- und Hilfsangebote, um den Weg aus einer Abhängigkeit zu finden.
Eine entkriminalisierte Drogenpolitik, wie sie etwa Portugal schon seit 2001 erfolgreich praktiziert, würde deshalb auch hier im Kampf gegen den Drogenkonsum helfen.