Die Bayern-Bosse waren bereit, für Ballack an die finanzielle Schmerzgrenze zu gehen und mehr als 30 Millionen Euro Gage für die Dienste des weit über die Bundesliga hinaus geschätzten und renommierten Mittelfeld-Regisseurs auf den Tisch zu legen. Der gebürtige Görlitzer hielt den deutschen Rekordmeister zu lange hin - und überschritt mit seinem Hinhaltekurs jetzt die Schmerzgrenze der Bayern-Chefetage.
Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Bayern-Manager Uli Hoeneß gehen mit einem Verzicht auf den Spielmacher wirtschaftlich den soliden und sicheren Finanzweg - und bleiben sich wie in der Vergangenheit treu. Wohl wissend, in der Bundesliga zählen die Münchener und ihr Fußball spielendes Personal weiter zu den Spitzenkräften - auf dem Platz und bei den Gehaltszahlungen.
Gleichwohl wird ein Wechsel von Michael Ballack nach der WM 2006 sportlich den FC Bayern deutlich schwächen - vor allem international. Auf europäischer Bühne haben die Bayern aufgrund ihrer Politik den Anschluss an die Spitze verloren - und der drohende Abgang von Ballack wird diese Tendenz verfestigen.