In einem Interview, das die zuständige Ministerin des Potsdamer Kabinetts, Frau Kunst, der RUNDSCHAU im Sommer dieses Jahres gewährt hat, wurde dies deutlich. Frau Kunst traf nach einer Lobeshymne auf die Leistungen dieser staatlichen brandenburgischen Kultureinrichtung nicht etwa die Aussage, dem Theater werden die Mittel zur Verfügung gestellt, die es dringlichst benötigt, um das erreichte Niveau zu halten und auszubauen, nein, sie erklärte unumwunden, auch das Theater müsse sparen und mit den künftigen erheblich gekürzten Mitteln sehen, wie es zurechtkomme. Zynischer geht es nicht mehr. Denn sollte es bei den bisherigen Planungen bleiben, ist in Cottbus das hoch anerkannte und erfolgreiche Drei-Sparten-Theater nicht zu halten. Das Sprechtheater muss weg. Das sieht die Landesregierung auch so, wie eine Zeitungsnotiz in der RUNDSCHAU deutlich macht: „Man sei sich noch nicht im Klaren, ob das Schauspiel in Cottbus bleibe oder nicht“ hieß es da. Eine solche Feststellung grenzt an Veralberung der Bürger. Ein Staatstheater ohne Sprechbühne geht nicht! Deshalb wird schon längst in Potsdam laut darüber nachgedacht, das neu erbaute Hans-Otto-Theater in den Rang eines Staatstheaters zu erheben und quasi das Schauspiel dorthin zu verlagern. Ein lang ersehnter Wunsch der Potsdamer Stadtväter ginge in Erfüllung. Das geht natürlich nicht zum Nulltarif, die Kosten werden nur von Cottbus nach Potsdam verlagert, nicht ein Euro wird im Land eingespart.

Welch ein hässliches Schmierentheater, um im Bild zu bleiben, wird hier inszeniert? Wie wird nun die entstandene Lücke am Cottbuser Theater geschlossen? Auch hier gibt es schon konkrete Vorstellungen. Eine engere Zusammenarbeit mit der Neuen Bühne Senftenberg wird empfohlen. Wie das gehen soll? Ich bin sicher, auch hier werden die cleveren Planer in Potsdam mit einer Lösung aufwarten. Sonderbar ist nur, dass diese kommenden „rosigen“ Zeiten den gegenwärtig sehr erfolgreich in Senftenberg agierenden Intendanten, Herrn Latchinian, nicht davon abhalten, sich für einen anderen Job in der deutschen Theaterlandschaft zu bewerben. Bleiben abschließend nur noch die Fragen: Wie lange noch wollen wir, die Cottbuser Bürger, uns diese sichtbare Demontage einer einst blühenden Metropole im Süden Brandenburgs, die sich ja nicht nur auf das Theater beschränkt, sondern alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens dieser Stadt erfasst, gefallen lassen? Wie lange noch dulden wir die Tatenlosigkeit einer Cottbuser Verwaltung und einer Cottbuser Stadtverordnetenversammlung bei solchen existenziellen Problemstellungen ?

Demokratie – ein Albtraum für Parteien



G ünter Schwarzer aus Groß Leuthen schreibt zur Frage, warum es kein ganz einfaches Wahlrecht gibt : Auf die Frage, warum es kein ganz einfaches Wahlrecht gibt, kann die Antwort wohl nur lauten: Weil es keine ganz einfache Demokratie in unserem Land gibt! Demokratie heißt bekanntlich Volksherrschaft. Aber selbst in der griechischen Urform der Demokratie (im 5. Jahrhundert vor Christus) waren Frauen von dieser Herrschaft des einfachen Volkes ausgeschlossen.

Heute definiert man diesen Begriff so: „Demokratie ist eine Staatsform, in der die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und direkt oder (und) indirekt von ihm ausgeübt wird.“ (Landeszentrale für politische Bildung)

Was Sie, Frau Herrmann, und viele andere Bürger mit Blick auf diese Definition verständlicherweise wollen, ist für manche Parteien geradezu ein Albtraum. Wir müssen doch schon dankbar dafür sein, dass eine dieser Parteien plötzlich über die Einführung von Mindestlöhnen nachzudenken beginnt, die sie bisher vehement ablehnte. Und die Ost-Senioren sollen ab nächstem Jahr sage und schreibe 3,2 Prozent mehr Rente bekommen! Da vergessen wir doch vor lauter Begeisterung und Dankbarkeit gleich sämtliche Rettungsschirme und Millionen-Abfindungen für „verdienstvolle“ Bankmanager, stimmt's?