Die Pflegeheime in Sachsen und insbesondere im Kreis Görlitz sind vom Coronavirus stark getroffen. De facto sind die Bewohner schon seit Monaten in Quarantäne, Angehörige und Pfleger seit Monaten angespannt, ob sie nicht das Virus ungewollt in die Einrichtungen bringen. Da kam die Ankündigung vom Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Sommer, Schnelltests zur Verfügung zu stellen, gerade Recht. Sachsen zog mit einer Verpflichtung Anfang Dezember nach, wonach nun nur noch Zugang zu Pflegeheimen gestattet ist, wenn es einen negativen Test gibt.
Der Haken an der Geschichte: Die Schnelltests gibt es in der Realität noch gar nicht überall. Pflegedienste und -heime sind am Limit, gerade wenn das Virus in ihrer Einrichtung ausgebrochen ist. Was also bleibt den Heimbetreibern übrig? Sie riegeln die Einrichtungen ab, Angehörige bekommen maximal einen Termin zugewiesen, die Oma oder den Opa tatsächlich und leibhaftig auch einmal zu sehen.

Weißwasser/Rothenburg

Da wirkt es wie eine Farce, dass Testkapazitäten für den Profi-Sport, insbesondere für die Fußball-Ligen bereitgestellt werden, während Angehörige von Pfelegeheimbewohnern in der Kälte am Fenster stehen. Nach dem Bismarck-Motto „Zuckerbrot und Peitsche“ kann am Wochenende und in der Englischen Woche auch Dienstag oder Mittwoch Fußball geguckt werden, aber für die Pflegeheime gibt es leider nix und wenn, dann viel zu spät. Statt den Ball flach zu halten, geht es um Fernseh-Gelder, die auf „Teufel komm raus“ eingestrichen werden sollen. Die Prioritätensetzung ist nicht nachvollziehbar.
Man darf gespannt sein, wie es im Januar weitergeht. Langfristige Strategien wären da zielführend. Aber im Sommer ist ja auch noch nicht abzusehen gewesen, dass der Winter kommen wird...