In Zeiten der Pandemie gibt es viele Themen, über die zu debattieren sich lohnt. Pflegenotstand und ungerechte Bezahlung von Klinik-Personal. Schlechte Ausstattung von Kitas und Schulen. Die Frage, ob Autokonzerne mit staatlichen Kaufprämien gestützt werden müssen, während gleichzeitig Chancen für mehr Klimaschutz verspielt werden. Eltern können für schnellere Schulöffnungen kämpfen, die Reisebranche für mehr Freiheiten im Urlaub, Restaurants für Rettungsschirme und weitere Lockerungen.
All das ist wichtig, all das gehört zur Demokratie, all das wird in Deutschland in den letzten Wochen auf allen Kanälen und vielen Marktplätzen diskutiert.
Auch in Sachsen und Brandenburg gab und gibt es zahlreiche Demos, die sich mit der aktuellen Lage beschäftigen. Das Beispiel Cottbus zeigt jedoch, wie schwierig die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Pandemie den Akteuren fällt. Die aktuellen, konkreten Sorgen der Lausitzer und mögliche Strategien zur Lösung der Probleme werden nur am Rande thematisiert.
Lieber arbeiten sich die Abgeordneten an den Medien ab, an den Regierenden (zu denen sie im übrigen selbst gehören), an den Verhältnissen, die sie an DDR-Zeiten erinnern würden. Dabei verweisen sie in dieser Woche auf ein in der Tat beeindruckendes Polizeiaufgebot. Dass die Polizei aber nur deshalb so massiv auftritt, weil bei den letzten zwei Corona-Demos die erteilten Auflagen nicht eingehalten wurden, darüber schweigen die Redner.