Es sieht nicht gut aus für Energie Cottbus bezüglich des Meistertitels in der Regionalliga Nordost. Es sieht aber auch für den Nordostdeutschen Fußball-­Verband (NOFV) nicht gut aus. Mit seinen Interview-Aussagen hat NOFV-Präsident Erwin ­Bugar der Diskussion um den möglichen Abbruch der Saison eine klare Richtung vorgegeben. Denn Bugar macht keinen Hehl daraus, dass die sogenannte Quotientenregelung „einen ­gewissen Charme“ hat.

Lok Leipzig wäre also Meister, Tabellenführer Altglienicke und Energie Cottbus würden leer ausgehen. Klar kann man den Meister auf diese Weise ermitteln, indem die Anzahl der Punkte durch die Anzahl der Spiele geteilt wird. Aber gerecht ist es auf keinen Fall. Denn Lok Leipzig und Altglienicke würden sich eigentlich am letzten Spieltag gegenüberstehen, also gegenseitig die Punkte weg­nehmen. Der FCE hat sämtliche Duelle gegen die beiden Hauptkonkurrenten schon absolviert.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Eine gerechte Lösung wird es in den Zeiten von Corona kaum geben können. Eine faire Diskussion über alle möglichen Optionen sollte der NOFV sich und auch den Ver­einen dagegen sehr wohl ermöglichen. Diese Diskussion ist nun deutlich beeinträchtigt.

Zudem sollte sich NOFV-­Präsident Bugar an die Fakten halten. Wenn er meint, dass die Quotientenregelung auch im Eishockey zur Anwendung kam, irrt er gewaltig. Und das ist nicht gut. Im Eishockey wurde die Saison bereits vor genau zwei Monaten abgebrochen. Die Verantwortlichen haben also schon lange vor dem Fußball eine Lösung präsentiert – ganz ohne Quotientenregelung.