Frau Brendel, wer kann Ihre Hilfe in Anspruch nehmen?
Unsere Arbeit richtet sich an Kinder, die eine lebensverkürzende Krankheit haben, aber auch an Kinder, in deren Familie jemand schwer erkrankt oder verstorben ist. Wir arbeiten eng mit dem Hospizdienst der Caritas Landkreis Elbe-Elster für Erwachsene zusammen, denn wo es ein Kind gibt, das unsere Hilfe braucht, benötigt auch meist ein Erwachsener Unterstützung und umgekehrt. Wird das Thema Sterben und Tod zu wenig thematisiert?
Über den Tod sprechen viele mit ihren Kindern erst, wenn die eigene Familie betroffen ist. Erst dann werden die Menschen auf unser kostenfreies Angebot aufmerksam. Zurzeit betreuen wir mit 20 ehrenamtlichen Helfern vier erkrankte Kinder und begleiten in vier weiteren Fällen die Trauerarbeit. Trauern Kinder anders als Erwachsene?
Kinder haben eine andere Art zu trauern, deswegen benötigen sie auch eine andere Art der Zuwendung. Häufig scheint es, als würden Kinder nach einem traumatischen Ereignis schnell wieder zur Tagesordnung übergehen. Aber verwunden haben sie das Geschehene dadurch nicht. Auch Kinder müssen Abschied nehmen. Häufig basteln wir beispielsweise eine Andenkenkiste, die die Kinder selber bemalen und gestalten, und mit der sie sich an den verstorbenen Angehörigen erinnern können. Vor allem muss man ihrer Trauer Raum geben und darf sie ihnen nicht verbieten, indem man sie von dem Thema Trauer fernhält.