Am 8. Mai 1945 kapitulierte Nazi-Deutschland vor den alliierten Streitkräften. Das Ende des Zweiten Weltkriegs, den die Deutschen unter ihrem Führer Adolf Hitler begonnen hatten. Deutschland fand damals nicht aus eigener Kraft zurück zur Menschlichkeit. Es musste befreit werden.

Die Niederlage des Reichs, das zuvor von Parteigängern der NSDAP, Uniformierten der SS, SA, Wehrmacht, von Mitläufern und zur Gefolgschaft erzogenen jungen Deutschen getragen worden war, leitete den Frieden in Europa ein. Sie legte auch die Schande offen. Deutsche hatten unfassbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Der Widerstand dagegen war zu schwach.

In der Lausitz finden sich Kriegsspuren. Die Rote Armee, die mit den westlichen alliierten Truppen Deutschland befreite, kam über die Neiße, den heutigen Grenzfluss zu Polen. Noch immer müssen in Brandenburg und Sachsen Weltkriegsbomben entschärft und gesprengt werden. Viele Orte mit Kriegsnarben sind wie Mahnmale. Wie Lübben, dessen Zentrum sowjetische Soldaten dem Erdboden gleichmachten, weil fanatische Nazis die Stadt verteidigten.

Holocaust: Nazis ermordeten sechs Millionen Juden

Der Zweite Weltkrieg hat an die 60 Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Nazis brachten sechs Millionen Juden um. Wer NS-Konzentrationslager überlebte, wie jene 300 Häftlinge, die SS-Leute bis Anfang Mai 1945 auf einem Todesmarsch aus Schwarzheide in Richtung Theresienstadt trieben, war Zeuge von Massenmord und Folter. Die Überlebenden hatten die Befreiung vom nationalsozialistischen Terror herbeigesehnt.

Auch deutsche Jugendliche wurden erst durch die bedingungslose Kapitulation gerettet. Denn die Nazis wollten den totalen Krieg. Diese Propaganda hatte für Lausitzer Hitlerjungen allerdings Folgen. Einige sollten im Untergrund weiterkämpfen. Anderen sagten sowjetische Offiziere eine Werwolf-Mitgliedschaft auf den Kopf zu. Tausende Jugendliche landeten erneut in Lagern, in denen jeder Dritte nicht überlebte.

Es gab mehr als sechs Millionen Kriegstote auf deutscher Seite, Kriegsverbrechen gegen Deutsche und Vertreibung von Deutschen. Mit dem Sieg über den Nationalsozialismus legten die Alliierten jeweils fest, wie es weitergehen sollte: Aus der sowjetisch besetzten Zone wurde 1949 ein friedlicher, aber unfreier Staat: die DDR. Die Bundesrepublik profitierte von westalliierter Aufbauhilfe, der Osten blieb im Vergleich zurück. Dies war letztlich Konsequenz des Nazi-Regimes, das ein Großteil der Deutschen vor 1933 selbst gewählt hatte.

Lausitzer wurden Opfer der Nationalsozialisten

Die Gewalt der Nationalsozialisten gegen Lausitzer ist dokumentiert. Jüdische Familien, die enteignet, vertrieben, gequält und ermordet wurden. Sinti wie Willy Blum aus Hoyerswerda, der als Jugendlicher umgebracht wurde. Kranke und Behinderte, deren Leben ausgelöscht wurde. Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die vor Erschöpfung starben oder getötet wurden. Frauen, Männer und Kinder wurden Opfer.

Diese Opfer tragen Namen. Sie waren Angehörige, Nachbarn, Mitschüler und Kollegen. Ausstellungen, Gedenkstätten, Stolpersteine, Schulprojekte und die letzten, hochbetagten Zeitzeugen berichten davon. Die Erinnerung muss überdauern, damit es eine solche Diktatur, einen solchen Krieg nie wieder gibt.