Und er wurde es. Am 9. November 1989 bestand ich meine Fahrprüfung. Was ein wahres Wunder war, hatten wir doch während der Fahrstunden so heftig über Politik debattiert, dass ich beinahe die rote Ampel übersehen hätte. Spätabends dann die unglaubliche Nachricht von der Reisefreiheit. Am Wochenende darauf sind wir mit unserem Trabi und der ganzen Familie nach Westberlin gerollt. Was für Menschenmassen! Wochen später aber habe ich mich gemeinsam mit meinem damaligen Chefredakteur, den wir in dieser verrückten Zeit überschäumender Basisdemokratie in der Redaktion gerade selbst gewählt hatten, von einer Sitzung des Journalistenverbandes davongeschlichen, um durchs unversperrte Brandenburger Tor zu schlendern. Nie vorher noch nachher hatte ich ein so starkes Gefühl von Grenzenlosigkeit.