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Mehrjährige Haft für Autoschieber

Cottbus. Vier Jahre und sechs Monate Haft, so lautet das Urteil des Landgerichtes Cottbus gegen einen Autoschieber, der im Juli 2014 zwei Polizeifahrzeuge auf der Autobahn bei Forst absichtlich in schwere Unfälle verwickelte. Simone Wendler

Für das Landgericht Cottbus stand fest, dass der 25-jährige Damian S. die beiden Polizeifahrzeuge, die ihn stellen wollten, zielgerichtet von der Fahrbahn rammte, um zu flüchten. Die Beamten wurden dabei leicht verletzt. Das Gericht verurteilte ihn deshalb wegen schwerer Körperverletzung, gefährlichen schweren Eingriffs in den Straßenverkehr, Hehlerei und anderer Delikte.

S. war am Steuer eines gestohlenen Audi Q7 in Grenznähe in eine Polizeikontrolle geraten. Nur durch sein Geständnis und die gezeigte Reue sei die Strafe nicht deutlich höher ausgefallen, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Braunsdorf in seiner Urteilsbegründung. Er wies auch die Behauptung von S. zurück, er habe in Panik gehandelt, weil er Schüsse gehört habe.

Damian S. habe bei den herbeigeführten beiden Unfällen klar und überlegt gehandelt, hielt ihm Braunsdorf vor: "Sie hatten das geübt." S. muss außerdem an die bei den Unfällen verletzten drei Polizisten insgesamt rund 3300 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen. Ein Mitangeklagter, der ebenfalls in einem gestohlenen Auto in die Kontrollstelle gefahren, aber nicht an dem Angriff auf die Polizeiautos beteiligt war, wurde wegen Hehlerei zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Angesichts zunehmender Attacken gegen Polizisten prüft die Bundesregierung eine Verschärfung des Strafrechts. Schwarz-Rot will so Gewalt gegen Einsatzkräfte effektiver ahnden können. Kommentar & Themen des Tages Seiten 2 & 3