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| 02:39 Uhr

Mehrheit der Deutschen hat nichts gegen Windräder

Gegen ein Windrad in der Nachbarschaft haben die meisten Deutschen nichts.
Gegen ein Windrad in der Nachbarschaft haben die meisten Deutschen nichts. FOTO: dpa
Berlin. Auf lokaler Ebene gibt es oft Widerstand gegen neue Windkrafträder: zu laut, zu gefährlich für Vögel, die Rotoren werfen Schatten, und der Aufbau erfordert meist einen massiven Eingriff in die Natur. So die Argumente von Bürgerinitiativen. Hagen Strauß

Doch insgesamt ist die Einstellung der Deutschen zu Windkraftanlagen offenbar positiv. Auch dann, wenn die Mühlen bereits vor der eigenen Haustür stehen. So jedenfalls lautet das Ergebnis einer aktuellen Emnid-Umfrage, die der RUNDSCHAU vorliegt.

Demnach erklären 52 Prozent der Bürger, ein Windrad in der Nachbarschaft fänden sie gut oder sehr gut. Und befindet sich bereits eine Anlage im Wohnumfeld, klettert die Zustimmung auf 69 Prozent. Solarparks finden sogar 90 Prozent gut, ohne Vorerfahrung sind es 73 Prozent. In Auftrag gegeben wurde die repräsentative Umfrage unter 1000 Bürgern von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Der Geschäftsführer der Lobbyorganisation, Philipp Vohrer, sieht in den Zahlen einen Beleg dafür, dass die Skepsis vor dem Ausbau der Erneuerbaren häufig unbegründet ist.

Die früheren Vorurteile der Deutschen gegen alternative Energien scheinen wie weggeblasen. Laut Umfrage halten 93 Prozent der Befragten den Ausbau sogar für wichtig bis außerordentlich wichtig.

Warum ist das so? 76 Prozent meinen demnach, dass die Erneuerbaren zu einer sicheren Zukunft der Kinder und Enkel beitragen, den Klimaschutz bewerten ebenfalls rund drei Viertel der Befragten als Pluspunkt der Erneuerbaren. Für 67 Prozent sorgen sie für mehr Unabhängigkeit gegenüber Energieimporten. Und eine Chance für mehr Bürgerbeteiligung an der Energieversorgung sehen 59 Prozent der Bürger. Die Bevölkerung wisse inzwischen "um die entscheidenden Vorteile der erneuerbaren Energien in Sachen Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Generationengerechtigkeit", so Vohrer.

Gleichwohl glauben nur 37 Prozent, dass durch mehr Wind, Solar oder Biomasse langfristig die Energiekosten für den Verbraucher sinken werden. Auf der anderen Seite ist aber die Zustimmung zur staatlichen Förderung groß, um die Erneuerbaren am Strommarkt zu etablieren. So halten 60 Prozent eine EEG-Umlage in Höhe von 21 Euro - bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden - für "angemessen" oder "zu niedrig", lediglich 36 Prozent hingegen für "zu hoch".

Ein monatlicher Beitrag in dieser Höhe entspricht einem Wert von rund sieben Cent pro Kilowattstunde, ein Betrag, der derzeit für die EEG-Umlage 2017 im Raum steht. Im Moment beträgt die EEG-Umlage 6,35 Cent pro Kilowattstunde.