Erfolg für die sächsischen Sicherheitsbehörden: Mehrere Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in den vergangenen Monaten sind wohl aufgeklärt. Nach einem Brandanschlag auf eine Unterkunft in Crimmitschau (Kreis Zwickau) sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft, teilten die Staatsanwaltschaft und das Operative Abwehrzentrum des Staatsschutzes am gestrigen Freitag mit. Für einen Anschlag in Meißen sollen zwei Männer verantwortlich sein, wie am Donnerstag bekannt wurde. Nach Anschlägen in Dresden und Freital hatte es bereits Anfang November Festnahmen gegeben. Innenminister Markus Ulbig (CDU) kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an. "Mit dem Gerichtsprozess wird nun auch die Strafe auf dem Fuße folgen."

Im Fall Crimmitschau erging jetzt Haftbefehl gegen drei Männer im Alter von 32, 34 und 35 Jahren. Ihnen wird schwere Brandstiftung und versuchter Mord vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft gaben die drei Verdächtigen zu, Anfang November Molotow-Cocktails gegen die Fassade der bewohnten Unterkunft geworfen zu haben. "Wir haben es hier mit einer ausländerfeindlichen Gesinnung zu tun", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Insgesamt werde gegen sieben Verdächtige ermittelt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hauptverdächtigen den Tod der Bewohner billigend in Kauf nahmen. Als sie die Brandsätze gegen das Gebäude warfen, schliefen darin bis zu 45 Asylsuchende, darunter 20 Kinder. Verletzt wurde niemand. Die Brandsätze verfehlten ihr Ziel oder erloschen von selbst.