Selbst wenn der Klimaschutz erheblich verstärkt würde, steigt der Meeresspiegel um mindestens 26 Zentimeter an, die Temperatur wird sich bis Ende des Jahrhunderts im Extremfall um fast fünf Grad erhöhen. Dies geht aus dem ersten Teil des neuen Reports hervor, den der Weltklimarat am Freitag in Stockholm vorgestellt hat. Für Deutschland rechnen die Experten mit mehr extremen Niederschlägen.

"Der Klimawandel vollzieht sich schneller als erwartet. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Auswirkungen dramatischer sein werden als bisher erwartet", sagte Professor Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) gegenüber der RUNDSCHAU. Die ersten Auswirkungen wie Hochwasser, Hitzewellen und Starkniederschläge seien bereits in der Lausitz spürbar. "Die Extreme werden zunehmen", prognostiziert der Klima-Experte. Trockene Hitzeperioden im Sommer, Wetterkapriolen und arktische Kälte im Winter. Das Pik rechnet für die Region mit einem Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius. Das Problem beim Klimawandel: Die Mittelwerte sind dabei nicht entscheidend, sondern die Rekordtemperaturen und Schwankungen. "Die Klimaschwankungen werden Situationen hervorbringen, die wir bisher nicht gewohnt sind", erläutert Stock. Etwa nasse Schneelasten, die auf Gebäude drücken oder trockene Hitze in den Städten. Insgesamt werde Südbrandenburg durch seine Sandböden und den Einfluss des Kontinentalklimas stärker von Trockenheit betroffen sein. Selbst ein Austrocknen des Spreewaldes schließt der Klimaforscher bei mangelndem Wassermanagement nicht aus.

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