Auf den Straßen kamen 126 Menschen ums Leben, einer mehr als im ersten Halbjahr 2005. Die Zahl der Verletzten stieg von 6009 auf 6134, die der Verkehrsunfälle verringerte sich um 0,6 Prozent auf 41 085.
"Es ist alarmierend, dass die Polizei bei fast jeder zweiten Lkw-Kontrolle Verstöße beanstanden musste", meinte Hohnen. Auf den landesweit 790 Kilometern Autobahn seien 26 Menschen getötet worden, fünf mehr als im ersten Halbjahr 2005. Die Zahl der Verletzten stieg um 82 auf 601. Insgesamt ereigneten sich auch mehr schwere Unfälle. Vor allem von den Autobahnen 15 (Lübbenau-Cottbus), A 12 (Königs Wusterhausen-Frankfurt (Oder) und A 115 (Drewitz - Berlin) wurden Karambolagen gemeldet.
Hohnen räumte ein, dass viele Lkw-Fahrer wegen harter Konkurrenz unter großem Druck stünden. Es gebe aber nicht wenig Unbelehrbare, die mit gefährlicher Selbstüberschätzung und oftmals aggressiv und rücksichtslos unterwegs seien. Neben einer verstärkten Aufklärung seien flächendeckende Verkehrskontrollen unverzichtbar. "Bei vielen Autofahrern hilft nur der Griff ins Portemonnaie", sagte er.
Er nannte es erfreulich, dass die Zahl der Alkoholunfälle von 930 auf 776 zurückgegangen sei. Hier sank auch die Zahl der Todesopfer von 15 auf sechs und die der Verletzten von 494 auf 378. Als Grund dafür nannte Hohnen mehr Polizeikontrollen. Für junge Menschen wäre eine Null-Promille-Grenze in den ersten zwei Jahren nach der Führerscheinprüfung wichtig. "Fast jeder vierte Verursacher eines Alkoholunfalls in Brandenburg ist noch keine 25 Jahre alt."
Ein allgemeines Alkoholverbot ist Hohnen zufolge aber nicht durchsetzbar. Durch Aufklärungsarbeit und Kontrollen sei die Zahl der von jungen Autofahrern verursachten Unfälle um 3,1 Prozent auf 5337 gesunken. Im ersten Halbjahr habe es durch Raser jedoch 18 Prozent mehr Unfälle gegeben. Wegen der kalten Witterung konnte die Polizei nach Ministeriumsangaben nicht so häufig kontrollieren wie im Vorjahreszeitraum. Dies habe sich mit 4053 Unfällen aufgrund zu hoher Geschwindigkeit negativ bemerkbar gemacht. (dpa/mb)