Glaubt man den Erklärungen aus der Landeshauptstadt, kann der Winter kommen: Brandenburg will optimal vorbereitet sein, wenn der erste Schneefall einsetzt. So steht zur Beseitigung von Schnee und Eis auf den Straßen fast ein Drittel mehr Streusalz zur Verfügung als im vergangenen Winter, sagt Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Land setzt 400 Fahrzeuge ein

Vorsorglich seien die Lagerkapazitäten von 45 000 auf mehr als 65 000 Tonnen erhöht worden. Fast 1000 Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenwesen stehen laut ihrem obersten Dienstherrn im Schichtdienst bereit, um bei Schneefall zu jeder Tages- und Nachtzeit mit ihren Fahrzeugen ausrücken zu können. Zum symbolischen Start des Winterdienstes lässt Vogelsänger drei moderne Räum- und Streufahrzeuge im Innenhof seines Ministeriums auffahren. Insgesamt stünden rund 400 Winterdienstfahrzeuge zur Verfügung, um die mehr als 10 000 Kilometer Brandenburger Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen befahrbar zu halten. Mit dieser Fahrzeugflotte sei man „sehr gut aufgestellt“, assistiert Landesbetriebs-Chef Hans-Reinhard Reuter dem Minister.

Das Mehr an Streusalz und an Räumtechnik ist eine Reaktion auf die Chaostage im vergangenen Winter mit teils notdürftig geräumten Straßen und kaum passierbaren Gehwegen. Im schneereichen Winter 2010/2011 kamen die Mitarbeiter des Landesbetriebs mit dem Streuen oft nicht nach. Der Salzhersteller K+S war in Lieferschwierigkeiten geraten – als Folge konnten selbst auf den Autobahnen nicht alle Fahrbahnen freigehalten werden. Salz musste nachbestellt werden, insgesamt wurden 65 000 Tonnen verbraucht. Diesmal liegt die Menge schon vor den ersten Schneeflocken in den Lagerhallen. „Diese Reserve verschafft uns deutlich mehr Sicherheit für extreme Wetterlagen“, sagte Vogelsänger.

Optimistisch zeigen sich auch die Verantwortlichen in der Lausitz. Gerd Schmiedel, Chef des Spremberger Bau- und Planungsamtes: „Der Winter kann uns nicht überraschen.“ Die Stadt habe vertraglich insgesamt 400 Tonnen Streusalz geordert, ein Zehntel davon stehe bereits jetzt für den sofortigen Einsatz bereit. Ähnlich äußert sich Gubens Stadtsprecherin Susann Winter. Die Lager mit Salz und und Sand seien ausreichend gefüllt. Mit eindrucksvollen Zahlen kann auch Reinhard Klaue von der Straßenmeisterei im Elbe-Elster-Kreis die dortige Wintervorbereitung untermauern: Die Silos der Kreisstraßenmeisterei an ihren Stützpunkten in Elsterwerda und Herzberg seien mit je 100 Tonnen Salz aufgefüllt. „In einer Halle in Finsterwalde sind mehr als 300 Tonnen vorrätig.“ Auch Senftenbergs Stadtsprecherin Anja Schmiedgen versichert: „Die Stadt Senftenberg ist auf den Winter vorbereitet.“

Nicht überall wird gestreut

Vorbereitet zeigt sich auch Falkenberg, die Bürger werden aber wohl vorsichtig und mit gedrosseltem Tempo unterwegs sein müssen. Die Stadtverwaltung plant nämlich, zwar bei Schneefall weiter alle Straßen schieben zu lassen, gestreut werden soll aber nicht mehr überall. Betroffen wären Anliegerstraßen und Straßen mit wenig Durchgangsverkehr.

Ob im Eisenbahnknotenpunkt Falkenberg da der Umstieg auf die Bahn sinnvoll ist, muss sich noch zeigen. Denn die Verantwortlichen sind sich unsicher, wie es beim Wintereinbruch um die Zuverlässigkeit der Züge bestellt ist.