Knapp 105 000 Tatverdächtige setzte Sachsens Polizei im vergangenen Jahr fest. Das bedeutet erfolgreiche Ermittlung in 179 000 Fällen. Mit insgesamt 327 000 Fällen hatten die Ermittler 2014 fünf Prozent mehr Arbeit - die Aufklärungsquote indes blieb mit 55 Prozent etwa auf Vorjahresniveau. Das unter diesen Umständen zu schaffen, war Innenminister Ulbig (CDU) am Mittwoch ein Dankeschön an die Polizei wert. Dennoch: Die Aufklärungsquote bei besonders schweren Fällen von Diebstahl lag bei gerade mal 16 Prozent.

Diebstähle stehen auch diesmal ganz oben in der Statistik. Sie machten im vergangenen Jahr 44 Prozent aller erfassten Straftaten aus. Zu spüren bekamen das Ladenbesitzer (sechs Prozent Anstieg), Fahrradbesitzer (knapp sechs Prozent), unvorsichtige Scheckkartenbesitzer (zehn Prozent) und Leute, die ihre Wertsachen im Auto parkten (acht Prozent Anstieg). Weniger attraktiv für Diebe sind Keller und Waschküchen. Auch auf Baustellen wurde sich seltener bedient.

Fast 1100 Fälle mehr, so sieht die traurige Statistik der Rauschgiftkriminalität aus. Verstöße mit dem Methamphetamin Crystal wurden 5000 Mal registriert. Bei dem vergleichsweise harmlosen Cannabis in unterschiedlichster Form wurde die Polizei knapp 500-mal fündig.

Zuwachs ist auch bei den Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen - um sieben Prozent auf an die 3900 Fälle. Autoklau vermehrte sich um drei Prozent auf 3400 Fälle. Im Auge des Orkans sind dabei immer noch die Großstädte. In der Grenzregion entspannt sich die Lage, dort kamen rund 400 Fahrzeuge abhanden - 67 weniger als 2013. Ein Erfolg für die "Soko Kfz", die seit Ende 2013 nahe der Grenze aufpasst.

Überhaupt die Grenzkriminalität: Trotz aller Maßnahmen sieht es hier wieder schlechter aus. Knapp 26 000 Delikte wurden in der Grenzregion verübt - ein Plus von 2200.

Auf der anderen Seite wurden 40 300 Menschen 2014 Opfer einer Straftat. Über 80 Prozent der Straftäter waren erwachsen. 18 Prozent der Tatverdächtigen besaßen keine deutsche Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2013 waren das noch 15.