"Wir wollen den Besuchern die farbenfrohe und artenreiche Welt der Mittelgebirgswiesen zeigen", sagt Hauke Schiek, verantwortlich für Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit im Kamenzer Landschaftskundemuseum. Hintergrund der Schau sei, dass im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft Bergwiesen zur Randerscheinung geworden seien. "Inzwischen gibt es in Sachsen mehr Sportrasen als wilde Kräuterwiesen", sagte Schiek.
Die rund 2000 Hektar Flächen krautreichen Grünlands erstrecken sich heute in Lagen über 500 Metern entlang der deutsch-tschechischen Grenze zwischen dem Zittauer Gebirge über das Erzgebirge bis hin ins Vogtland. Dort leben viele Tiere und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind. Dazu zählen Kreuzotter, Birkhuhn, Schwarzstorch, Insekten und Schmetterlinge.
Auch das Knabenkraut, die Feuerlilie und die Heidenelke sind deutschlandweit selten gewordene Kräuter. Rund 50 Pflanzenarten wachsen auf einer gesunden Bergwiese. Geschaffen wurden die Flächen vor rund 400 Jahren im Erzgebirge. Im Zuge des Bergbaus wurden Wälder gerodet. "Diese Tradition bricht seit etwa 50 Jahren. Wir wollen zeigen, dass die verschwindenden Bergwiesen ein lebendiger Teil unserer Kultur und Kulturlandschaft, auch touristisch von Wichtigkeit sind", sagte Schiek.
Empfangen werden die Besucher mit einem duftenden Heubett, auf dem sie sich mit Blick in Wolken entspannen und den Klängen der Wiese lauschen können. Die Exposition ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege entstanden. Sie wird bis zum 31. Dezember gezeigt. Am 18. Januar 2007 startet schon das nächste Sonderprojekt im Museum der Westlausitz mit dem Titel "Die Bronzezeit - die Lausitz vor 3000 Jahren". (ddp/ta)