Allerdings lässt die Statistik keine Aussage über die tatsächliche Finanzlage zu. Denn alle beweglichen Vermögenswerte wie Laborausrüstungen und Technik in den Behörden sind gar nicht erfasst. "Uns geht es vergleichsweise gut. Das ist eine lösbare Aufgabe", sagte Unland mit Blick auf den Haushalt von etwa 16 Milliarden Euro in diesem Jahr. "Da ist ein Saldo von 4,5 Milliarden Euro stemmbar."
Nach den Worten von Unland sieht Sachsen mit der Vermögensbilanz die Chance, Finanzströme langfristig beurteilen zu können. "Mit dieser Vermögensrechnung erhält der Freistaat als eines der ersten Länder einen transparenten Überblick über Soll und Haben des Staates." Mit der traditionellen Kameralistik könnten die Bestände an Vermögen und Schulden, Wertveränderungen und künftige Belastungen nicht angemessen abgebildet werden. Die nun vorgelegte Rechnung gebe der Politik dagegen ein aussagekräftiges Instrument in die Hand, um besser in Sinne von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit entscheiden zu können. Der Saldo ist für Unland ein Beleg, dass Sachsen auch künftig seiner Haushaltsdisziplin treu bleiben muss. Bei den Verbindlichkeiten sind neben den Kapitalmarktschulden auch die Pensionsverpflichtungen für Beamte aufgelistet. Deren Umfang wird von 6,4 Milliarden Euro (1. Januar 2007) auf rund 22 Milliarden Euro im Jahr 2020 steigen. Deshalb will der Freistaat seine Ansparungen von derzeit 363,4 Millionen Euro bis einschließlich 2010 auf 1,5 Milliarden Euro aufstocken.
Ein Verkauf von Staatsunternehmen wie dem Weingut Schloss Wackerbarth oder der Porzellan-Manufaktur Meissen steht für Unland nicht an: "Es gibt Güter, die zur Identifikation eines Landes gehören. Das Familiensilber verkauft man nicht." Beim Vermögen selbst steht zum Beispiel die Staatskanzlei mit 112 Millionen Euro zu Buche. Die Kunstschätze sind wie alle mobilen Werte nicht erfasst. (dpa/mb)