Rund 2700 Rechtsextremisten hat der Verfassungsschutz in Sachsen auf dem Schirm - mehr als doppelt so viele wie in Brandenburg.

Die rechtsextreme NPD verliert weiterhin an Bedeutung in der Szene, einige Kreisverbände sind nicht mehr wahrnehmbar. Politische Akzente konnte die NPD lange nicht setzen, sie schrumpfte um fast ein Drittel auf 420 Mitglieder Ende 2016. In Brandenburg liegt die NPD stabil bei 290 Mitgliedern. Die ebenfalls rechtsextremistische Partei "Der Dritte Weg" wuchs in Sachsen auf 60 Mitglieder - in Brandenburg sind es 25. Bei stabil 30 Mitgliedern in Sachsen liegt die Partei "Die Rechte" des Extremisten Christian Worch.

Die Zahl der rechtsextreme Straftaten hat zugenommen auf 2380 - etwa 150 mehr als 2015. Die gewaltbereiten Rechtsextremisten werden zurzeit auf 1250 geschätzt. 520 Personen rechnet das Landesamt dem Spektrum zu - ein Drittel mehr als 2015. Alte Strukturen haben sich aufgelöst, dafür neue gebildet. Insgesamt will Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) "in keinem Bereich Entwarnung geben". Zumal auch die islamistische Szene im Freistaat wächst.

Der Verfassungsschutz werde deshalb als "wichtiges Frühwarnsystem" gebraucht. Was die Opposition im Landtag anders sieht. Linke und Grüne fordern weiterhin die Abschaffung und Neuaufstellung der Behörde. Länder Seite 5